Projekt Titelverteidigung geglückt - U18w erneut Bayernmeister


von links nach rechts : Nele Reinhardt, Viktoria Kaiser, Antonia Schüle, Luisa Richter, Gin Walden, Sabrina Strobel (verletzt), Angie Walden Elena Fischer, Chiara Mehburger, Kathrin Schmid, Nora Westenburger, Lineke Przybille, nicht auf dem Foto: Julia Gentsch

 

Die Verteidigung des „Bayernmeistertitel“ zweier 48er Basketballmannschaften ist ein absolutes Novum in der Geschichte der relativ jungen Abteilung und wird im Schwabacher Sport auch noch nicht so oft vorgekommen sein. Und noch eins drauf setzte dabei Coach Angie Walden. Die zeichnete an der Seitenlinie für das doppelte Doppel der beiden Mädchenteams jeweils verantwortlich. Zwei „Bayerische“ in einer Saison  ist für sie auch nicht der Regelfall, aber zwei „Bayerische“ mit zwei Mannschaften in einem Jahr, das hat sie vor drei Jahren auch schon mal mit einer U17 und einer U19 geschafft. Gibt es eigentlich auch einen Coach des Jahres? Angie Walden wäre da doch ein geeigneter Kandidat.

 

Und dabei hatte es gar nicht nach einer Wiederholung des Titelgewinns ausgesehen. Julia Gentsch, U20-Bayernmeister mit ausreichend Zweitligaerfahrung stand nur am Samstag zur Verfügung und musste bei den Spielen am Sonntag passen. Und Sabrina Strobel konnte verletzungsbedingt nicht eingesetzt werden, dafür – mit einer Sondergenehmigung, Antonia Schüle. Gleich vorweg: Das Küken der Mannschaft, zum erweiterten U14-Nationalkader gehörig, war beileibe nicht die Schwächste im Turnier. Und dann noch diese „Hammergruppe“ A  mit Gastgeber und Schwabenmeister Nördlingen sowie die Nummer Eins aus Oberbayern, den MTV 1879 München.

 

Es war schon eine Überraschung, das 40:23 (7:4, 10:7, 11:5, 12:7) der Schwabacher Mädels gegen den Gastgeber TSV 1860 Nördlingen und es war ein hart umkämpfter Erfolg, knapper als es das Ergebnis ausdrückt. Die Nördlinger Defense  - mit drei Akteuren aus der Regionalliga – schmeckte den 48ern gar nicht. Die Schwabacher Defense aggressiv und alert, die Offense stärker als die der Gastgeber und in der Summe dann das Ergebnis. Daß man an der Freiwurflinie allerhand liegengelassen hatte, war natürlich ein Schönheitsfehler, der ohne Auswirkung blieb.

 

TV 48: Julia Gentsch (12/1, 4/1), Przybille (6, 3/2), Reinhardt (6), Chiara Mehburger (4), Antonia Schüle (4), Viktoria Kaiser (2), Luisa Richter (2), Ginie Walden (2), Nora Westenburger (2), Fischer und Kathrin Schmid

 

Gut eine Stunde nach ihrem Erfolg standen die Schwabacher Mädels dem Oberbayernmeister MTV 1879 München gegenüber und hatten dabei die erste Halbzeit „komplett verschlafen“ (O-Ton Walden).

Die Aufholjagd nach der Halbzeitpause – wohl ausgelöst  durch eine intensive, beschwörende Ansprache des Schwabacher Coaches -  war stark, aber kam zu spät. Das Spiel ging  46:53 (8:12, 4:15, 18:13, 16:13) an die Oberbayern und die 48er – Mannschaft und Coach – sahen ihre Felle den Bach runter schwimmen. Gruppenplatz Drei drohte und am nächsten Tag würde Juli Gentsch fehlen. Ja, und diesmal machte sich die suboptimale Freiwurfquote – zehn von 23 verwertet – auch negativ bemerkbar.

 

TV 48: Antonia Schüle (16, 8/4), Julia Gentsch (7, 3/1), Viktoria Kaiser (6), Reinhardt (5, 8/3), Chiara Mehburger (4),  Przybille (4, 4/2), Luisa Richter (4), Fischer, Kathrin Schmid, Ginie Walden und Nora Westenburger

 

Das „Wunder von Nördlingen“ – für die Schwabacher war es eines – war der 83:67-Sieg der Nördlinger gegen die Münchner und der hatte zur Folge, daß im direkten Vergleich – im Basketball ausschlaggebend – der TV 1848 Gruppenerster wurde, gefolgt von Nördlingen und München. Da in der anderen Gruppe sich die TS Jahn München klar vor Neumarkt und Kemmern durchgesetzt hatte, bedeutete das sich die 48er am Sonntag gegen Neumarkt durchsetzen mußten, um ins Finale einziehen zu können.

 

Und von den Oberpfälzer Nachbarn wollten sich die 48er natürlich nicht den Einzug ins Finale verbauen lassen.  Man kennt sich gut und so konnte Coach Angie Walden auch allen Kräften Einsatzzeit bieten. Und in der Tat, die Fibalon Baskets aus Neumarkt erwiesen sich als nicht besonders widerstandsfähig. Schwabach zog mit einem nie gefährdeten 49:13 (14:2, 11:6, 10:4, 14:1) ins Endspiel ein und das obwohl eine ihrer Besten, Julia Gentsch,  nicht mehr dabei war.

 

TV 48: Luisa Richter (9, 4/3), Ginie Walden (9, 4/1), Viktoria Kaiser (6, 2/0), Reinhardt (6, 3/0), Kathrin Schmid (6), Przybille (5, 2/1); Nora Westenburger (4), Chiara Mehburger (2), Antonia Schüle (2) und Fischer

 

Im ersten Halbfinale hatte sich Jahn München mit 52:39 gegen Nördlingen durchgesetzt; inzwischen hatte der MTV München durch einen 82:21-Sieg gegen SC Kemmern 1930 den fünften Platz belegt und Nördlingen im Spiel um den dritten Platz mit 77:29 gegen Neumarkt gewonnen. Und dann stand das Finale TS Jahn München gegen den TV 1848 Schwabach an.

Die Münchner – als Oberbayernzweiter eigentlich nicht qualifiziert, aber dann wegen fehlender Meldung aus Unterfranken  noch nachnominiert – waren ungefährdet und mit „weißer Weste“ ins Finale eingezogen und sie hatten drei Regionalligaakteure in ihren Reihen, Sarah Lange und ihre Zwillingsschwester sowie die Mehrzahl des Teams zudem noch WNBL-Spieler. Keine leichte Aufgabe für die Schwabacher Defense; die legte zwar die Point Guards der Münchner recht ordentlich an die Leine, aber die „Großen“ der 48er – Nele Reinhardt, Toni Schüle und Ginie Walden – waren ihren Gegner körperlich klar unterlegen, verhinderten jedoch ziemlich erfolgreich das Eindringen der gegnerischen „Großen“ in die Schwabacher Zone. 

 

Aber das ist das Spiel vorwegnehmen, denn die Münchner lagen schnell in Führung (2., 0:5) und Schwabach lief hinterher, konnte aber zum Ende des ersten Viertels den Abstand auf 7:10 reduzieren. Im zweiten Durchgang dann die 48er stark. Nachdem Viktoria Kaiser ihre Farben per Dreier erstmals in Führung gebracht hatte (12., 16:15), zeigten die Münchner Nerven – vier Freiwürfe am Stück vergeben – und als Viktoria nochmals einlochte, war das Viertel eine Schwabacher Angelegenheit (14:8). Mit 21:18 zur Halbzeit vorn, nicht schlecht, aber alles nur keine Erfolgsgarantie.

 

Nach der Halbzeitpause noch mehr Schwabacher Druck, Lineke Przybille packte aus – sie hatte bis dato im Turnier unter ihren Möglichkeiten gespielt. Aber jetzt war sie da. Ein Drei-Punkte-Spiel, ein Dreier, starke Defense und das in einer hervorragend kämpfenden und spielenden Mannschaft. So ging der dritte Durchgang mit 16:11 wiederum an die 48er. Spielstand zu Beginn des Schlußviertels: 37:29 für Schwabach. Die Turnerschaft versuchte mit Macht das Spiel noch zu drehen; drei Minuten vor Spielende – Spielstand 41:39 – spielte München „stop-the-clock“. Die Folge: Die wie aufgedrehte Lineke Przybille mußten achtmal an die Freiwurfline – und versenkte sechs Freiwürfe. Das war’s, denn die Landeshauptstädter hatten nur noch zwei Korbpunkte erzielt, das Viertel ging zwar mit 10:12 an die TS Jahn, aber das Spiel und damit der Titel mit 47:41 an den TV 1848 Schwabach. Und: Die Freiwurfquote war ganz in Ordnung.

 

Das Bemerkenswerte ist das Alter der Schwabacher Mannschaft. Nur zwei Mädchen werden das Team altersbedingt verlassen müssen: Julia Gentsch und Ginie Walden, letztere weil sie zwei Wochen „zu früh“ geboren wurde.  Mit anderen Worten: Das Team ist extrem jung und dann denken Spieler und Verantwortlich gleich an die kommende Saison.

 

TV 48: Przybille (19/1, 11/7), Viktoria Kaiser (10/1, 8/5), Antonia Schüle (8, 5/2), Chiara Mehburger (4), Luisa Richter (3, 1/1), Ginie Walden (2), Reinhardt (1, 2/1), Fischer, Kathrin Schmid und Nora Westenburger

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