KNAPPE FINALNIEDERLAGE GEGEN REGIONALLIGISTEN
Schwabach- Mit 64:74 unterlagen die Bayernligadamen des TV 48 im Finale des Bayernpokals in der Halle der Johannes-Kern-Schule gegen den Regionalligisten BG Elsenfeld/Großwallstadt. Bei den beiden Spielen beim TV 48 mit auf der Spielerbank: Die „frisch operierte“ Mila Walden, die zum Erreichen des Final Four einen nicht unwesentlichen Beitrag geleistet hatte.
Die Einheimischen eröffneten das Final-Four-Turnier mit dem spiel gegen den MTV 1879 München, seines Zeichens Tabellensechster der Bayernliga Süd, intern als Gegner der Kategorie „machbar“ gehandelt. Gedacht: Das schnell entscheiden, dann die Leistungsträger für das Finale schonen. Aber das war halt gedacht. Eigene Nervosität und der Widerstand der Mannschaft aus der Landeshauptstadt waren so im Plan nicht enthalten. Zum Spiel: Schwabach mit Mannverteidigung ab der Mittellinie, der MTV mit heftiger Gegenwehr, war offensichtlich nicht zum Zeitvertreib nach Schwabach gekommen. Vor allem Cynthia Homberger mit ihrer Reboundarbeit und ihrer Treffsicherheit machten dem TV 48 zu schaffen. Das Ergebnis: 12:11 für Schwabach.
Nicht Fisch, nicht Fleisch – das Viertelergebnis, aber ein minimaler Vorsprung für den TV 48. Im zweiten Durchgang die Schwabacher Maladie seit der Weihnachtspause: langsam, transusig und mit zu wenig Zug zum gegnerischen Korb. München drehte den Spieß um, traf aus der Dreierdistanz wie von der Linie aus sicher, hatte Schwabach im Griff ohne jedoch das Spiel vorzeitig entscheiden zu können. Das Viertel 14:19 und der Halbzeitstand 26:30 – so hatte man seitens des TV 48 nicht gerechnet. Freilich, das war noch keine Vorentscheidung, aber jetzt war ein Kabinengespräch zwischen Coach Jonas Leimert und den Mädels fällig, eines der „Nicht-Honig-um-den-Mund-schmierenden“ Art.
Das gab es offensichtlich und es wirkte. Nach der Halbzeitpause kämpfende, beißende Schwabacher Mädels. Schnell in der Transition, schnelle und weite Pässe beim Fast Break und München scheinbar mit konditionellen Problemen. Das Spiel vom Ergebnis her jetzt wieder ausgeglichen. Knapp 90 Sekunden vor Viertelende, München hatte eine Auszeit genommen, stellte Coach Leimert auf Zonenpresse um. Die Überraschung glückte, drei Ballgewinne erfolgreich verwertet, das Viertel mit 26:17 an Schwabach und der TV 48 geht mit einem 52:43 in das Schlußviertel. Neun Korbpunkte sind im Basketball zwar nicht die Welt, aber der MTV München schien angezählt. Schwabach presste weiter und München traf nicht mehr wie vorher. Ein letzter verzweifelter Versuch der Gäste: „Stop the clock“ in den letzten zwei Spielminuten, zwölf Fouls und die entsprechenden Freiwürfe für die Einheimischen, die an der Linie recht sicher waren. Die Folge: der Vorsprung wuchs, mit 27:14 ein relativ klares Viertel für Schwabach und ein letztlich verdientes 79:61.
TV 48: Hansel (20, 4/4), Katta Kreklau (14, 2/2), Lara Ehrhardt (10, 8/5), Schwab (8, 8/2), angie Walden (8), Milde (7, 1/1), Cvjetan (6), Franzi Kaiser (6), Ficht (FW 2/0) und Jana Hewig
Im zweiten Halbfinalspiel setzte sich der Regionalligadritte, BG Elsenfeld/Großwallstadt, mit 60:45 gegen den Regionalligavierten, die TS Jahn München II, durch. Elsenfeld schoß aus allen Lagen, traf vor allem aus der Dreierdistanz und war der Turnerschaft im „one on one“ einfach überlegen. Damit war die Finalpaarung komplett – Schwabach gegen BG Elsenfeld/Großwallstadt.
Alte Bekannte im Finale
Beide Finalisten kannten sich noch aus der vergangenen Regiosaison – Schwabach Absteiger, die BG dem Abstieg gerade noch entronnen, sie hatte beide Begegnung mit zehn, zwölf Korbpunkten Differenz gewonnen. Jetzt die Schwabacher Mannschaft mit einem Heidenrespekt vor der Mannschaft um Jasmin Carl. Und Coach Jonas Leimert hatte Mannverteidigung angesagt und die wurde fast während des gesamten Spiels praktiziert. Die Unterfranken gleich mit hohem Druck, Schwabach in der Defensive und schnell hinten (5., 6:12). Gegen Ende der Spielperiode der TV 48 wieder 3etwas konzentrierter, konnte mit dem 12:18 den Abstand gerade noch erträglich gestalten. Allerdings waren vier Freiwürfe versiebt worden.
Der zweite Durchgang war weitgehend eine klare Sache für die Einheimischen. Schwabach traf aus der Distanz, aus der Nähe, von der Freiwurflinie aus, spielte konsequent über die Center und damit die Größenvorteile sowie das bessere „1 gegen 1“ aus. „Weitgehend“ heißt allerdings nicht vollständig. In der letzten Spielminute vor der Halbzeitpause etwas unkonzentriert, zwei Ballverluste, die die BG nutzte und schon stand das Viertel nur noch mit 23:14 auf der Habenseite des TV 48. Und somit der Spielstand zur Mitte des Matches 33:32.
Nicht schlecht, aber auch nicht gut, den der Regionalligist kam Nach der pause mächtig auf. Angetrieben von Jasmin Carl schlug es bei den 48ern ein ums andere mal ein (23., 37:38). Als Coach Leimert mit Jana Hewig und Katta Kreklau die Kombination gefunden hatte, die Jasmin Carl an die Leine legen konnte, war das Spiel – ex post betrachtet – schon entschieden. Für eine Aufholjagd fehlte der Schwabacher Mannschaft jedenfalls die Kraft, zumal Sara Hansel bei einer Aktion im zweiten Durchgang umgeknickt war und nicht mehr ihre volle Leistung bringen konnte. Das Viertel ging mit 17:27 an die BG Elsenfeld/Großwallstadt, der Spielstand zu Beginn des Schlußviertels mit 52:59 noch nicht aussichtslos. „Ergebnisverwaltung“ ist in so einem Fall die gebräuchliche Vokabel im Basketball, das machte die Mannschaft aus dem Unterfränkischen, Schwabach gab nie auf, drückte respektive versuchte zu drücken, fehlendes Glück bei den Distanzschüssen, 12:15 die Spielperiode und ein 64:74 – verloren.
Vielleicht eine Nuance zu hoch; Coach Leimert jedenfalls wollte keines seiner Mädels besonders hervorheben, seine Art zu zeigen, daß er mit der gezeigten Leistung seines Teams sehr zufrieden gewesen war. Durch die Niederlage wurde die Möglichkeit einer erstmaligen Teilnahme am bundesweit ausgeschriebenen DBB-Pokal verloren, jedoch waren die gerade im Finale gezeigten Leistungen eine der besten der gesamten Saison. Für die Damen I ist die Saison damit beendet, jetzt beginnt das große Warten auf die Chance die Regionalliga via der Hintertür noch zu erreichen. rhh
TV 48: Katta Kreklau (27, 13/9), Cvjetan (16), Jana Hewig (7, 4/3), Hansel (5/1), Angie Walden (4), Lara Ehrhardt (2), Franzi Kaiser (2), Schwab (1, 4/1), Milde und Ficht





